Veränderungen der okulären Biometrie nach Implantation einer phaken Hinterkammerlinse
Ziel dieser Studie ist es, die nach Implantation einer phaken Hinterkammerlinse (PCPIOL) auftretenden Veränderungen der okulären Biometrieparameter sowie deren Einfluss auf die Berechnung der Intraokularlinse (IOL) zu bewerten.
Bei Patientinnen und Patienten, die wegen hoher Myopie eine EVO-Visian-ICL-Implantation erhielten, wurden die biometrischen Messungen vor der Operation und mindestens ein Jahr danach verglichen. Die Messungen umfassen Vorderkammertiefe, Achsenlänge, keratometrische Werte sowie die Ergebnisse verschiedener IOL-Berechnungsformeln.
Die Ergebnisse zeigen nach der PCPIOL-Implantation eine Abnahme der Vorderkammertiefe und eine leichte Zunahme der Achsenlänge. Die bei den keratometrischen Werten beobachteten Veränderungen waren zwar statistisch signifikant, klinisch jedoch von begrenztem Ausmaß. Bei der Berechnung der Intraokularlinsenstärke wurde bei allen Formeln eine minimale Abnahme von weniger als 0,50 Dioptrien festgestellt.
Die Befunde zeigen, dass nach einer PCPIOL-Implantation messbare Veränderungen der okulären Biometrieparameter auftreten können, diese Veränderungen die Zuverlässigkeit und klinische Anwendbarkeit der Intraokularlinsenberechnung jedoch nicht beeinträchtigen. Damit belegt die Studie, dass biometrische Beurteilungen bei Augen mit phaker Linse, für die später eine Kataraktoperation geplant ist, sicher durchgeführt werden können.
Prof. Dr. Efekan Coşkunseven